Auf Spitzbergen weiß es jedes Kind: In den alten Stollen und Schächten der ehemaligen Bergwerke lebt der Weihnachtsmann. Sein Heim soll er in den Gängen im Berg östlich des Longyear-Tales haben.

Direkt oberhalb Nybyens, in der Ruine der Grube 2b, wollen einige Kinder ihn schon am Fenster sitzen und ins Tal winken gesehen haben. Die siebenjährige Felicitas hat ihn bei einem Besuch in dem denkmalgeschützten Bergwerk sogar schnarchen gehört!

Das können wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Wir kämpfen uns den Hang zur Mine hinauf und machen uns auf die Suche nach dem Weihnachtsmann …

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Die Zeit des großen Kohleabbaus auf Spitzbergen ist Geschichte. Seit 1899 die erste kommerziell abgebaute Ladung Kohle den Archipel verlassen hat, war die Industrie rund um den „schwarzen Diamanten“ immer die klar dominierende und entwicklungstreibende Kraft. Ohne die Kohle gäbe es heute vermutlich keine bedeutenden Siedlungen auf Spitzbergen, Longyearbyen wäre wahrscheinlich nicht mehr als ein Zufluchtsort für Trapper.
Alleine im Longyear-Tal wurden vier Bergwerke eröffnet. Die Grube 2b, auch „Neue Grube 2“, wurde 1937 als zusätzlicher Eingang zum Gangsystem der Grube 2 gebaut und war bis 1959 die wichtigste Grube Longyearbyens. Nachdem 1943 ein Granattreffer das Kohleflöz der Grube 2 in Brand gesetzt hatte und es noch bis in die 60er Jahre weiter schwelen ließ, war dies auch der einzige Zugang.
Heutzutage spielt der Bergbau kaum mehr eine Rolle. Fast alle Gruben sind geschlossen, einzig in Grube 7 wird noch Kohle gefördert – seit 2003 allerdings aus akademischen Gründen. Das Kohlevorkommen auf Spitzbergen würde Schätzungen zufolge zwar noch für etwa 15 Jahre Abbau ausreichen, aus rein wirtschaftlicher Sicht ist dies jedoch wenig sinnvoll.

Relikte aus der Zeit des Kohleabbaus sind noch überall in der Stadt und den benachbarten Tälern zu sehen: Eine Handvoll Denkmäler erinnert an die schwarze und staubige Grundlage, auf der die Siedlung entstanden ist, große Teile der alten Loren-Seilbahn stehen noch zwischen den Minen und dem Hafen. Und sogar einige der Gruben-Gebäude sind noch zu sehen.
Die hölzernen Hallen der Neuen Grube 2 stehen unter Denkmalschutz und genießen daher sogar eine gewisse Pflege – auch wenn es bei jedem Schritt ordentlich knarzt, der Eingangsbereich langsam aber sicher vom Eis zurückerobert wird und nur wenige Fenster noch Gläser haben.

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