Wer Informationen über Spitzbergen sucht, kommt an Warnungen vor Eisbären und einem Bild wie diesem nicht vorbei:

78°

Achtung, Eisbären! Gilt auf ganz Svalbard.

Es klingt immer sehr eindrucksvoll, wenn Mengenvergleiche zwischen Mensch und Tier gezogen werden. Aussagen wie „Auf X Bewohner kommen Y Eisbären“ sind nur sehr schwer möglich, da die Anzahl der Eisbären grundsätzlich für das Gebiet des gesamten Spitzbergen-Archipels angegeben wird, während Aussagen zur Bevölkerungsgröße nur für die Hauptinsel getroffen werden.
Ließe man sich dennoch zu einem solchen Vergleich hinreißen, käme man etwa auf zwei Eisbären pro Einwohner.

Das klingt besorgniserregend, in der Realität ist die Chance Opfer angriffslustiger Seeschwalben zu werden jedoch deutlich höher. In panischer Angst um ihre Brut greifen die Vögel jeden an, der sich zu nah an sie und ihre Nachkommen heran traut. Dass man in der Nähe eines ihrer Gelege ist, merkt man dank perfekter Tarnung allerdings in der Regel erst, wenn es schon zu spät ist.

Und dann heißt es: Kapuzen auf und Hände hoch!

Um ihre Nachkommen zu schützen, stürzen sich die Seeschwalben auf die Störenfriede. Was ihnen an Körpergröße und Kraft fehlt, machen sie durch Skrupellosigkeit wett: Aus luftiger Höhe versuchen sie, dem vermeintlichen Nesträuber das Fürchten zu lehren.

Wer sich vom Kreischen nicht beeindrucken lässt, bekommt die Schnabelspitze zu spüren. Und das kann verheerende Folgen haben: Die Vögel haben es immer auf den höchsten Punkt abgesehen – und das ist beim Mensch zumeist der Kopf.
Wer das Spiel schon kennt, hebt daher bei nahenden Seeschwalben die Hände in die Höhe.

Sucht man dann nicht schnell genug das Weite, greifen sie zu ihrer zweiten Waffe: Kot. Mit erschreckender Treffsicherheit nehmen sie den Eindringling ins Visier.

Rucksack mit Vogelkot

Rucksack nach Seeschwalben-Angriff.

Aber vor dieser Gefahr warnt einen natürlich niemand…

Tags: , , ,

4 Kommentare zu “Die wahren Gefahren Spitzbergens”

  1. Peter sagt:

    Gut dass Baeren nicht fliegen koennen und die gleiche Taktik anwenden.
    Passt weiter gut auf Euch auf.
    Gruss Peter

  2. Michael sagt:

    Für diese Art von Erlebnissen muss man nicht mal nach Spitzbergen. Die auch in Deutschland heimischen Wacholderdrosseln leisten da auch Großes: „Attacking from behind, Fieldfares will also defecate at flying predators. Attacks often cause the predator to flee, but death may result if its plumage becomes soiled and matted.“

    Viel Spaß weiterhin.
    Michael

  3. Annette sagt:

    Ich sehe da eine Marktlücke auf Spitzbergen….
    Die Notwendigkeit eines SAS (Seeschwalben-Abwehr-System) scheint mir gegeben.
    Es gibt da eine Adresse in Flensburg die über ausreichend Ideen und Phantasie verfügt, um sich mit diesem Problem auseinander zu setzen 😉
    Mein Vorschlag (um beim Thema zu bleiben): Eisbärmützen.
    Langweilig wird euch jedenfalls nicht da oben.

    Noch eine tolle Zeit
    Annette

  4. Ben sagt:

    Ich muss ja gestehen, dass ich vor dem todesverachtenden Einsatz der Schwalben ziemlich Respekt habe; so ein Schnabel ist schon unangenehm.

    Voruebergehend waere da eventuell ein Halbschalenhelm mit Visier tauglich; wenn auch sicher nicht annaehernd ausreichend fuer tieffliegende Baeren.
    Erwaege gerade Tests mit Reinigungsblaettern, um fuer die notwendige Sicht waehrend des beschleunigten Rueckzugs zu sorgen. Die Grundversion hat sich bereits im SSV/WSV bewaehrt…

    Wuensche Euch noch eine Luft- und Tatzenangriff-freie Zeit!

    Gruss,
    Ben