Bastian am Sonntag, 5. September 2010

Keine Sorge, das war noch nicht alles.

In den letzten Tagen ist einiges geschehen. Aber sobald die Socken gewaschen und der Schlafsack gelüftet ist, geht es weiter.
Bis dahin könnt ihr euch an dieser wunderschönen Abendstimmung erfreuen:

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Bastian am Dienstag, 31. August 2010

Eine uralte Volvo-LKW-Front mit miteinem Michelin-Männchen

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Bastian am Montag, 30. August 2010

Das Bjørndalen Nur einen Katzensprung entfernt vom Longyearbyen-Campingplatz liegt das Tal Bjørndalen. Immer entlang der Isfjord-Küste gehend merkt man der Strecke die fünf Kilometer gar nicht an. Vorbei am Leuchtfeuer, das die Einfahrt in den Adventfjord kennzeichnet, zwischen einer Handvoll Ferienhäuschen hindurch, hat man das Tal im Nu erreicht.

Lässt man die alte Mine links liegen, blickt man in einen absolut naturbelassenen Taleinschnitt. Keine Wege, keine Häuser, keine Überlandleitungen.

Um halb elf starten wir zusammen mit Margitta und Alfred aus dem Schwarzwald und unserem Guide an der Mine. Nur wenige Meter müssen wir laufen, um die erste Entdeckung machen zu können: Kaum einhundert Meter von uns entfernt rennt ein Polarfuchs den von Kohle durchsetzten Hang hinauf. Wir haben ihn wohl aufgeschreckt …
Bis die ersten Kameras gezückt sind, hat sich das scheue Tier aber schon hinter Steinen versteckt oder ist in seinen Bau geflüchtet. Schade, denn die Füchse machen gerade, während des Wechsels vom braunen Sommerfell auf ihren weißen Winterpelz, einen besonders verwegenen Eindruck.

Auch auf den folgenden Kilometern durch die feuchte Tundra (ein Hoch auf unsere Wandergummistiefel!) soll uns nicht langweilig werden. Immer wieder flattern kleine Meerstrandläufer direkt neben uns von einem Rinnsal zum nächsten, schweben Eismöwen über unseren Köpfen und posieren adrette Blümchen und Pilze gekonnt im strahlenden Sonnenschein für die Fotografen.
Der Fluss in der Mitte des Tals führt im Sommer kaum Wasser. Für uns ein großer Vorteil: Wir haben die Gewissheit, dass wir nicht die gleiche Strecke zurück laufen müssen. Wenn wir umkehren wollen, wechseln wir einfach vom östlichen Ufer auf das westliche. Und mit etwas Glück bleiben die Rentiergruppen, die wir am anderen Ufer grasen sehen können, auch dort.

Nach rund vier Kilometern haben wir gut die Hälfte des Bjørndals erreicht – Zeit für eine Stärkung, ein kurzes Sonnenbad und die Bachquerung.
Das Wetter meint es gut mit uns. Auch auf dem Rückweg müssen wir nicht im Schatten der Berge oder gar Wolken laufen. Egal wie untypisch solch lang anhaltender Sonnenschein für Spitzbergen ist – wir freuen uns!

Alfred arbeitet als Stativ Kurz bevor wir die erste Rentiergruppe erreicht haben, erinnert unser Guide uns daran, leise zu sein und hektische Bewegungen zu vermeiden. Margitta ist die Freude ins Gesicht geschrieben. „Wahnsinn! Wie neugierig die Tiere sind. Und gar nicht scheu“, flüstert sie und pirscht sich noch einen Meter näher an die Tiere heran. Alfred muss als Stativ herhalten. Aber er nimmt es gelassen. An die Rolle sei er schon gewöhnt, schmunzelt er.

Bild um Bild wird geschossen – man mag gar nicht darüber nachdenken, wie viele Filme im analogen Zeitalter jetzt alleine für Rentieraufnahmen hätten gespult und gewechselt werden müssen.

Lang soll unser Ausflug nicht mehr werden. Aber den Blick vom Eingang ins Tal in Richtung Isfjord-Mündung lassen wir uns nicht nehmen: Oben strahlend blauer Himmel, unten grüne Tundra und tiefblaues Isfjord-Wasser. Links der massive Pilarberget, rechts verschneite Gipfel und Gletscher. Weit in der Ferne die Grönlandsee. Sonnenschein. Windstille.
Kein Foto dieser Welt kann diese Eindrücke auch nur ansatzweise festhalten. Das muss man schon selbst erleben …

Die Satelliten-Aufnahmen stammen aus der Winter-Periode. Zur Zeit sind die Täler schnee- und eisfrei. Für die westlicheren Landesteile bietet Google-Maps kein Kartenmaterial an.

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Bastian am Montag, 30. August 2010

Eine Gruppe Enten schwimmt ohne Mitternachtssonne in der Nacht auf dem Isfjord

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Bastian am Sonntag, 29. August 2010

Wenn man Miro sieht, kann man ihn nur schwer einschätzen. Wie alt er ist, was er macht, woher er kommt. Aber eins erkennt man auf den ersten Blick: Er hat etwas zu erzählen.

Miroslav JakeÅ¡. Foto: Roman Schätzen würde man den Mann mit dem schlohweißen Haar und dem verschmitzten Grinsen auf Mitte fünfzig – genauer wird man es nicht erfahren. Statt hochmoderner Outdoor-Markenkleidung mit Hightech-Membran trägt er eine Strickjacke mit vielen bunten Aufnähern. In seiner Nähe riecht es immer etwas nach Tankstelle – eine Benzindusche ist seine Antwort für die Frage „Und was ist mit den Eisbären?“. Der Treibstoff-Duft soll seinen eigenen überdecken, Eisbären so gar nicht erst anlocken. Es hört sich nach Wahnsinn im Endstadium an, scheint aber zu funktionieren, schließlich sitzt er mit am Tisch, erzählt Anekdoten und plaudert aus dem Nähkästchen. Mit seinen Geschichten macht er jeden interessierten Zuhörer neidisch. Denn Miro hat Orte besucht, die vermutlich nicht einmal jeder hundertste Arktis-Besucher gesehen, geschweige denn betreten hat. Über 40 Mal war Miro bereits am Nordpol. Zu Fuß oder mit Skiern. Alleine und in Gruppen. Häufiger als Expeditionsleiter, seltener als Teilnehmer.

Den ersten Kontakt mit der Arktis hatte der Tscheche im Jahr 1995. Damals hat er eine Expedition in die Arktis unternommen. Startpunkt: Spitzbergen. Seitdem hat ihn das Arktis-Fieber gepackt. Und das braucht er nicht zu sagen, man sieht es ihm an: Das Strahlen in seinen Augen, der sehnsüchtige Blick über den Fjord in Richtung Berge, in Richtung Gletscher.

Seit 15 Jahren unternimmt Miro Expeditionen durchs Eis. Zumeist von Longyearbyen aus. Dort steht auch sein Überseecontainer, den er nur „mein Lager“ nennt – und jeder, der ihn einmal getroffen hat, weiß, dass es sein Zuhause ist. Er lebt darin.
Seine Gitarre nimmt Miroslav auch mit zum Nordpol. Foto: Roman Wenn Miro gerade nicht auf Spitzbergen ist, findet man ihn auf Island, Grönland oder in Kanada. Seine Heimat Tschechien sieht er nur selten. Und auch darum, womit er seine Zeit verbringt und Geld verdient, wenn er gerade keine Expedition vorbereitet oder in der Arktis unterwegs ist, macht er ein Geheimnis. Reiseleiter sei er. Und wechselt das Thema.

Ein Mann, den das Arktis-Fieber gepackt hat. Danach gefragt, ob es nach 15 Jahren und so vielen Expeditionen langweilig wird, lacht er nur. Man hat sogar ein wenig das Gefühl, er lacht einen aus. Wie man bloß auf eine solch absurde Idee komme. „Die Arktis ändert sich jeden Tag. Jede Stunde. Jede Minute.“ Das Packeis ist in ständiger Bewegung, langweilig wird es also nie: Wo gestern noch ein breiter Kanal die Weiterreise beendet hat, kann heute eine feste Eisschicht einen Tagesschnitt von 20 Kilometern in der Stunde ermöglichen. Routen-Planung im Voraus? Unnötig. Überflüssig. Das Eis ändert alles. In der Arktis bestimmt die Natur die Spielregeln.

Miro lebt seinen Traum. Er ist zum Abenteurer geboren und er lebt das Abenteuer. Jeden Tag. Nur einen großen Traum hat er noch: Einmal am Südpol stehen. Warum er noch nicht dort war? Er lässt den Kopf sinken, sein aufgewecktes Lächeln weicht dem Blick eines traurigen Kindes: „Money, money…“, sagt er.

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Bastian am Sonntag, 29. August 2010

Richtungspfeile vor dem Flughafen Longyearbyen - aber Köln fehlt

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Bastian am Sonntag, 29. August 2010

Unser Arbeitsgerät Bloggen von Spitzbergen – wie kann man sich das vorstellen?

Hocken da zwei Nerds den ganzen Tag im Internet-Café und denken sich interessante Geschichten aus?
Oder balancieren sie, Hochseilartisten gleichend, schwere Rucksäcke und aufgeklappte Laptops in den Händen, durchs Gelände?

Zwischen Tundra und Eiswasser, permanent an der Grenze der Zivilisation, ist das Hantieren mit technischem Schnickschnack nicht einfach.

Aber genau das ist es, was den Reiz ausmacht. Und so nutzen wir jede Gelegenheit, um unsere Eindrücke festzuhalten.

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Bastian am Samstag, 28. August 2010

Mit einer Isomatte direkt am Adventfjord liegen - unbezahlbar

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Bastian am Freitag, 27. August 2010

Der Wander-Tourist an sich ist ein komisches Wesen. Einen Berg mit Aussicht findet er schon toll. Und wenn es oben drauf noch ein Bonbon gibt, ist er ganz aus dem Häuschen. Sei’s ein Gipfelbuch, eine Kneipe mit Frischgezapftem – oder eine technische Anlage, die außergewöhnlich aussieht oder/und außergewöhnliche Dienste verrichtet.

Der Breinosa gehört zu diesen Glückshormonschübe auslösenden Bergen: Von seinem rund 700 Meter hohen Rücken  aus kann man in Richtung Osten und Süden unvergleichbare Blicke auf die Gletscher Foxfonna und Rieperbreen werfen. In entgegengesetzter Richtung sieht man bei gutem Wetter das Adventdalen entlang, über den Adventfjord hinweg bis hin zum Nordufer des Isfjords. Dazu das Bonbon: zwei gigantische Parabol-Antennen der Forschungsorganisation „European Incoherent Scatter“, kurz EISCAT.
Und das alles in durchaus erreichbarer Entfernung zur Stadtmitte: Nur rund 15 Kilometer muss man erwandern, um zum höchsten Punkt des Berges zu gelangen. Die Höhenmeter sind zugegebenermaßen fast vollständig auf den letzten vier Kilometern zu bewältigen. Aber was sind schon 700 Meter bei dieser Aussicht?

Blick ins Adventdalen, auf den Adventfjord
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Bastian am Freitag, 27. August 2010

Blumenkette an einem coolen Fahrrad

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